Sakrale Goldschmiedekunst

Der Codex Iuris Canonici, das kirchliche Recht, schreibt vor, dass die Flächen der im römisch katholischen Ritus verwendeten liturgischen Gerätes, die mit dem Allerheiligsten in Berührung kommen, vergoldet sein müssen.
Diese liturgischen Geräte sind Kelche, mit denen das heilige Opfer gefeiert wird, Monstranzen, die dazu verwendet werden, den Leib Christi den Gläubigen zu zeigen.
Lunulae, die die Hostien halten, Custodien, die sie aufbewahren und Ciborien, aus denen die Kommunion ausgeteilt wird. Seit Jahrhunderten fertigen Goldschmiede diese Sakralgeräte.

Alte Kirchengeräte sind der Stolz jeder Pfarrei. Sie sind nicht nur künstlerische und materielle Kostbarkeiten von unwägbarem Wert, sie haben auch eine hohe ideelle Bedeutung. Es lohnt sich also diese Werte zu erhalten und statt der Neuanschaffung eine Restauration in Betracht zu ziehen – gerne unterstützen wir Sie bei Ihrer Entscheidungsfindung.

Mit grösstem Respekt vor dem handwerklichen Können unserer Vorfahren und mit Blick auf die Erhaltung dieser Geräte für die Zukunft sah ich es vor einigen Jahren als meine Pflicht an, in unserer Goldschmiede weitere technische und qualitative Verbesserungen der galvanischen Anlage, mit der Vergoldungen und Versilberungen durchgeführt werden, zu erreichen. Seitdem gehört sie zu den zurzeit größten nichtindustriellen Anlagen dieser Art in Deutschland. Somit gelingt es uns, Kunst und handwerkliches Können vergangener und zeitgenössischer Goldschmiede erstrahlen zu lassen und zu bewahren.
(Ludger Polders)

Sakrale Gegenstände in der Pfarrei St. Stephan Leuk-Stadt

Die Pfarrei St. Stephan Leuk-Stadt bewahrt eine bedeutende Sammlung sakraler Kultgegenstände, die vom 16. bis ins 19. Jahrhundert reichen und von der kunstvollen Goldschmiedetradition jener Zeit zeugen. Sie spiegeln den einstigen Einfluss des mittelalterlichen Städtchens wider. Ebenso sehenswert sind die liturgischen Messgewänder mit ihren prachtvollen Stickereien und Nadelmalereien sowie zahlreiche Reliquien und weitere sakrale Objekte. Die liturgischen Gegenstände unserer Kirche – insbesondere Messkelche der Renaissance und des Neu-Rokoko, Monstranzen und andere sakrale Gefässe – sind nicht nur Ausdruck unseres Glaubens, sondern auch wertvolle Kulturgüter einer lebendigen Tradition.

Durch den jahrzehntelangen Gebrauch und natürliche Alterungsprozesse haben viele dieser häufig eingesetzten Objekte sichtbare Schäden erlitten. Abnutzung, Oxidation, unsachgemässe Lagerung sowie frühere, nicht fachgerechte Eingriffe haben ihre Spuren hinterlassen. Eine professionelle Restaurierung durch spezialisierte Fachpersonen wurde deshalb unerlässlich, um sowohl die Funktionalität als auch den historischen und künstlerischen Wert zu erhalten und weiteren Schäden vorzubeugen.

Der Goldschmied Ludger Polders hat sämtliche betroffenen Gegenstände sorgfältig untersucht. Gemäss seiner Einschätzung belaufen sich die Restaurierungskosten für die Messkelche, Patenen und die Monstranz auf rund CHF 25'000.–. Die vollständige Wiederherstellung umfasst Reinigung, Stabilisierung, den Ersatz fehlender Elemente, Neuvergoldung sowie das behutsame Ergänzen oder Nacharbeiten von Gravuren und Edelsteinen. Die aufwendigen Arbeiten werden in den kommenden Monaten von der Goldschmiede Polders in Kevelaer (Deutschland) ausgeführt. Diese renommierte Werkstätte hat im Bistum Sitten bereits mehrfach Messkelche und Vortragekreuze restauriert oder neu geschaffen. Dank der grosszügigen Unterstützung zahlreicher Institutionen und Privatpersonen sind die notwendigen Mittel für die Restaurierung bereits gesichert. Ein grosses Vergelts Gott allen Spenderinnen und Spendern für ihren wertvollen Beitrag zum Erhalt unseres kulturellen und religiösen Erbes!